Samstag, 20. März 2021

So bekommt man sein Buch garantiert fertig geschrieben

(c) Pixabay
Wie man sein Buch ganz einfach fertig schreibt? 

Für viele ist das oft problematisch. Erst scheint der Berg der Arbeit an einem Buch vielleicht zu groß. Dann hat man keine Zeit. Ein anderes Mal vielleicht keine Lust ... 

Und trotzdem möchte man es doch irgendwie fertig stellen. Und dann kommt noch die Aufschieberitis dazu und schon sagt man: "Ich bin einfach nicht zum Schreiben geeignet."

Ich glaube, das ist falsch. Ich glaube, jeder kann zu seinem ganz besonderen Thema ein Buch schreiben und fertig stellen. Wie das ganz einfach wird? Der gute Michael Ende hat dazu eine ganz hervorragende Idee.

„Siehst du“, sagte der Straßenkehrer, „es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen. Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.“

Michael Ende






"Schreiben & Sein" - Support für Autoren und Selfpublisher: www.gudrun-anders.de 


Freitag, 19. März 2021

Die kurze Geschichte vom kleinen, krummen Baum

Die kurze Geschichte vom kleinen, krummen Baum



Vor vielen, vielen Jahren lebte einmal ein kleiner Baum mitten im Wald und um ihn herum standen viele andere Bäume. Es gab zwischen ihm und den anderen einen ganz wichtigen Unterschied: Die anderen um ihn herum waren groß und reckten sich dem Himmel entgegen, ihre Äste waren kraftvoll und stark. Und die Blätter sahen frisch und saftig aus.

Der kleine Baum war irgendwie anders. Er war klein und sein Stamm war krumm, weil er immer so traurig und unglücklich war. Deshalb wurden auch seine Blätter schon welk und bräunlich. Sein Zustand sah bemitleidenswert aus.

„Warum bin ich so anders als die anderen?“, fragte er sich und fing an zu weinen.

Er weinte lange Zeit, so lange, dass die weise Eule, die von ihm gehört hatte, höchstpersönlich besuchen kam. Sie setzte sich auf einen Ast und fragte: „Kleiner Baum, warum weinst du so bitterlich?“

„Kein Ahnung“, antwortete der angesprochene widerwillig. Nach kurzer Pause fuhr er etwas freundlicher fort: „Ich bin einfach anders als die anderen. Die anderen sind groß und stark und sehen aus wie richtige Bäume. Und ich? Ich bin klein und mickerig.“

„Und das bekümmert dich so dermaßen?“, fragte die weise Eule.

„Ja, natürlich bekümmert mich das!“, meinte der kleine Baum entrüstet.

„Und warum bekümmert dich das so?“, fragte die Eule.

„Na, weil… weil… Weil ich anders bin“, stotterte der kleine Baum.

„Und?“, fragte die Eule etwas provozierend.

„Wie: Und?“, meinte der kleine Baum ärgerlich. „Ich will wie die anderen sein. Ich will auch groß und stark sein, ist doch logisch! Ich will nicht sein wie ich bin. Ich möchte auch mächtig und groooß und stolz sein.“

„Hmm,“ machte die weise Eule und sprach dann weiter: „Sehe ich das richtig? Du bist unglücklich, einfach deshalb, weil du dich mit den anderen Bäumen vergleichst?“

„Ja“, meinte dann der kleine Baum und dachte nach.

„Was würdest du denn anders machen, wenn du anders wärst“, hakte die weise Eule nach.

Der kleine Baum war ein wenig verblüfft. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht.“ Er dachte einen Augenblick intensiv nach. Dann sprach er: „Das ist doch ganz einfach: Wenn ich anders wäre, würde das unglücklich-sein aufhören. Dann wäre ich endlich glücklich! Ja, genau so ist das!“

„Ach so“, sagte die weise Eule. „Und warum genau möchtest du denn glücklich sein?“

„Du stellst aber dumme Fragen, alte Eule! Jeder will doch nur glücklich sein! Jedem geht es doch nur darum! Wenn ich so wäre wie die anderen Bäume, dann wäre ich natürlich auch glücklich!“

„Was würdest du anders machen, wenn du glücklich oder zumindest glücklicher als jetzt wärst?“, fragte die weise Eule unerschrocken weiter.

„Na, ich würde… ich weiß nicht…“, stotterte der kleine Baum kleinlaut, weil er keine Antwort wusste.

„Erzähl‘ es mir“, sagte die weise, alte Eule. „Was genau würdest du tun, wenn du glücklich wärst? Was würdest du verändern?“

„Gar nichts würde ich verändern wollen. Wenn ich glücklich wäre, bräuchte ich doch nichts zu ändern! Dann würde ich genau hier leben wollen – nur eben glücklich“, sagte der kleine Baum.

„Aha“, sagte die Eule. „Und wenn du unglücklich wärst? Was dann?“

„Na, dann würde ich auch hier sein wollen. Hier ist doch mein Zuhause! Und dann würde ich wieder glücklich werden.“

„Genau“, sagte die weise Eule und flog mit kräftigen Flügelschlägen auf und davon.

 

(c) Gudrun Anders

Mittwoch, 3. März 2021

Interview mit Gudrun Anders bei NRW-TV

Heute beim Surfen ein Interview bei Nrw-Tv gefunden, dass ich schon lange vergessen hatte. Viele Jahre alt, aber immer noch aktuell.


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